Nach „Blood Simple“ (1984) und „Miller’s Crossing“ (1990), nach dem schwerelosen Surrealismus von „Barton Fink“ (1991) und der melancholischen Leichtigkeit von „The Hudsucker Proxy“ (1994), markiert „Fargo“ (1996) den Moment, in dem der Blick der Coens auf Amerika eine fast chirurgische Präzision erreicht hat. Ab hier wurde ihre Provinz nicht nur zur Kulisse, sondern zum Psychogramm eines Landes. Die Brüder haben in den folgenden Jahren sicher noch weit wilder experimentiert, doch für mich selten wieder so kompromisslos ruhig und gleichzeitig so bissig erzählt. Dass daraus 20 Jahre später auch eine Streaming-Serie werden sollte, war fast unvermeidlich. Doch das Original liebe ich mehr.